Pätzold-und-Strohmeyer-Melis "Schöner Scheitern"
ein Abend über die Bockigkeit des Augenblicks
Wenn in der Examensprüfung der Verstand Verstecken spielt, einem auf dem Höhepunkt der Hochzeitsnacht der falsche Name rausrutscht oder man beim Stolpern dem Chef versehentlich die Nase bricht, kann man zu der Einschätzung kommen, das Schicksal sei ein Arschloch.Dabei bockt nur der jeweilige Augenblick.
In ihrem neuen Programm Schöner Scheitern widmen sich Susanne Pätzold („Switch reloaded“ – bei Harlekin zu sehen schon 1991 bei „Trotz aller Therapie“ und mit ihrer Vorpremiere „Susanne Pätzold & die Lätin Lovers“), Axel Strohmeyer und Franco Melis ganz der Heimtücke des Moments. Komisch und charmant konfrontieren sie sich und ihr Publikum mit den Zumutungen des Hier und Jetzt. Ihre skurrilen Figuren scheitern beim Friseur, bei der Partnerwahl oder an den kulturellen Mindestanforderungen. Und immer ist es ein herrliches Vergnügen, ihnen dabei zuzuschauen. In schmerzhaft-schönen Songs breiten Pätzold-und-Strohmeyer-Melis Situationen aus, die man selber nicht erlebt haben möchte. Und da die drei seit Jahren auch als Improvisationsschauspieler erfolgreich unterwegs sind, lassen sie ihr Publikum in besonderen Momenten spontan in das Geschehen eingreifen.
So möchte man am Ende dieses hinreißenden Abends über die frohe Kunst des Scheiterns noch dem hinterhältigsten Augenblick mit Goethe zurufen: Verweile doch, Du bist so schön!
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